Weshalb Facebook Posts an Sichtbarkeit einbüssen


FakebookAllem Anschein nach hat Facebook damit begonnen, falsche und inaktive Profile zu löschen. Damit verbunden seien auch Änderungen am EdgeRank Algorithmus gewesen. Dieser Eingriff  habe sich auf die Reichweite von Fanpage-Postings ausgewirkt. Derweil fehlt ein  offizielles Statement von Facebook über EdgeRank Anpassungen bisher noch. Einzig ein Blogbeitrag von social@ogilvy und ein weiterer werden ins Feld geführt. Andere grosse Tech-Blogs, wie techcrunch  haben nichts dazu gemeldet. Die Verwirrung ist gross – auch auf der Fanseite von Mari Smith wird das Thema heiss diskutiert: Ist es nur der Insights-Server, der momentan spinnt? – Dann hätte man darüber aber auch lesen müssen. Ist es eine Änderung, die es Fanseiten schwieriger macht, in den Feed der eigenen Fans zu gelangen, damit dort wieder mehr von Freunden angezeigt wird? Oder will Facebook eventuell einfach nur dafür sorgen, dass die Seitenbetreiber mehr Geld für Facebook Posting-Ads ausgeben? Ein tiefer Aktienkurs und User, die zunehmend mobil zugreifen (ohne Werbung) könnten Mark Zuckerberg zum Handeln veranlasst haben. Falls dem so wäre, müsste ich mich schon langsam fragen. Fragen, wie es mit der Integrität dieses Netzwerks steht.

User vs. Wallstreet

Ich müsste mich fragen, ob Facebook nicht ein wirtschaftliches Problem hat. Denn eines ist klar: FB ging als Studentennetzwerk live. Als solches war es bahnbrechend, weil es die Vernetzung zwischen den Studenten online ermöglichte und eigenen Bildupload förderte. Von Werbung blieb man sehr lange verschont. Als die kleinen Bildanzeigen rechts dann kamen, nahm es der User hin. So lange alles gratis war und den Nutzer nichts kostete, war der Studi auch mit ungefragten Änderungen am Seitendesign mürrisch einverstanden. Die Wachstumszahlen stiegen ungebremst.

Seither hat sich aber vor allem eins geändert: FB ist an der Wallstreet gehandelt und muss somit Shareholder-Value erzeugen. Den dafür notwendigen Umsatz holt sich FB bei den Firmen, die Facebook-Ads schalten. Vom Durschnitts-User sieht Facebook weiterhin keinen müden Rappen. Das zwingt Facebook also, bei der Generierung von Werbeanzeigeverkäufen vorwärts zu machen, in Zukunft sicher auch im mobilen Web.

Freunde vs. Firmen

Die überladenen Feeds und Streams im Bildschirm können ganz schön nerven. Vor allem wenn jeder vierte Beitrag von einer Seite stammt, die mal irgendwann mal geliket hat. Was möchte wohl der durchschnittliche User lieber sehen: Updates seiner Freunde oder Updates seiner Lieblings-Firmen (oder Seiten)? Und will ich dafür jeden meiner Freunde zuvor mühsam in eine Liste eintragen müssen? Eher nicht. Wer mit dem Newsfeed interagiert, will nicht dauernd den Datenstrom manuell ändern müssen. Oder täusche ich mich?

Falls ich mich nicht täusche, ist Facebook daher in einer weiteren Zwickmühle: Firmen, die für die Sichtbarkeit zahlen, sollen dem User zuliebe weniger in den Feed. Dieses Problem könnte der Grund für den Rückgang bei Interaktion und Verteilung von Posts sein. Und das würde dann eigentlich heissen, dass als Seitenbetreiber in Zukunft nur noch zu meinen Fans in den Stream gelange, wenn ich dafür Werbegeld in die Finger nehme. War das letzten Endes der wahre Grund für General Motor’s Entscheid, mit Facebook Werbung aufzuhören? Es könnte auf jeden Fall das Ende von Facebook as “Owned Media”, hin zu einem “Paid Media” Kanal bedeuten. Es könnte aber auch einfach bedeuten, dass sich Firmen ernsthaft überlegen müssen, welche Inhalte sie auf Ihren Fan-Seiten publizieren. Wenn zum diskutierten Sichtbarkeitsverlust noch ein von den Fans verursachter dazukommt, weil die Inhalte nicht mehr gut genug sind, dann wirds brenzlig. Man muss auf jeden Fall die Interessantheit der Postings zur obersten Priorität machen.

Facebook vs. Google+

Es wird sich zeigen, was dieses Absacken verursacht hat. Eines aber ist sicher: Auf Google+ würden für Seitenbetreiber solche Diskussionen gar nie entstehen. Googleplus ist nähmlich werbefrei. Google hat es, dank der eigenen Suchmaschine, die genug Werbedollar abwirft, nicht nötig, die Feeds mit Werbung zu verunstalten. Das wird zum grossen Vorteil für diejenigen, die mit grossartigen Inhalten sowieso schon viele Zuschauer haben: Bildstarke und wortgewandte Firmen.

Und noch etwas: Bei Google+ funktioniert die Anzeige von Beiträgen rein auf den selbst erstellten Circles – dort muss ich also von Hand vorselektieren. Von einem Google Plus Algorithmus habe ich bisher jedenfalls noch nichts gehört.

Wie seht ihr das? Habt ihr mit Facebook Postings auch Probleme momentan? Überlegt ihr euch einen Wechsel zu Google Plus? Hinterlasst mir doch einen Kommentar unten.

 

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